Mit dem neuen Projekt „KiMeKo – Kindergesundheit und Medienkompetenz“ startet in Oberhausen eine großangelegte Initiative zur Förderung eines gesunden und mündigen Medienumgangs von Grundschulkindern. Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klassen und begleitet insbesondere den sensiblen Übergang in die weiterführende Schule – eine Phase, in der digitale Kommunikation, Tablets und eigene Smartphones zum Alltag der Kinder werden.

Digitale Herausforderungen nehmen zu – KiMeKo setzt frühzeitig an

Kinder wachsen heute in einer Umgebung auf, in der digitale Medien allgegenwärtig sind. Studien belegen zunehmend deutliche psychische und physische Auswirkungen eines wenig oder nicht begleiteten Medienkonsums – von Schlafproblemen über Bewegungsmangel bis hin zu sozialen und emotionalen Belastungen. KiMeKo setzt genau hier an: Ziel ist es, Kinder früh dafür zu sensibilisieren, wie sie digitale Medien gesund, sicher und reflektiert nutzen können. Das Projekt schult sie im sicheren Umgang mit Social Media, vermittelt Grundlagen der Cybersicherheit, zeigt Strategien gegen Fehlinformationen, fördert soziale Kompetenzen im digitalen Raum und unterstützt sie darin, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Bildschirmzeiten und analogem Alltag zu finden.

Ein wissenschaftlich fundiertes Konzept

Die Universität Duisburg-Essen übernimmt die konzeptionelle Leitung, pädagogische Ausarbeitung sowie die wissenschaftliche Evaluation des Projekts. Das Institut für Sachunterricht, angesiedelt im Zentrum für Lehrkräftebildung, entwickelt unter Leitung von Prof. Dr. Inga Gryl die Workshops evidenzbasiert, partizipativ und im Modus des Design-Based Research. Damit wird das Material in mehreren Zyklen verbessert und schließlich als Open Educational Resources (OER) frei zugänglich gemacht.

Eine wissenschaftliche Begleitstudie erfasst Kompetenzen und Wirkungen bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und – optional – Eltern. Ziel ist es, langfristig bei Kindern sowohl Motivation als auch konkrete Fähigkeiten im gesunden Medienumgang zu steigern. Zum Projektstart nehmen vier Grundschulen in Oberhausen teil: die Schule an der Oranienstraße, die Jacobischule, die Hartmannschule und die Schule am Froschenteich. Ergänzend finden Lehrerfortbildungen sowie Elternabende statt – stets orientiert an den individuellen Bedürfnissen und Lebensrealitäten vor Ort.

Kinder stärken, Eltern entlasten

Oliver Mebus, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Oberhausen und Vorstand der Stiftung Oberhausener Bürger, steht völlig hinter der Initiative: „Die Herausforderungen, mit denen Kinder und Jugendliche heute im Umgang mit digitalen Medien konfrontiert sind, sind real – und sie nehmen rasant zu. Viele Eltern stehen daneben und fühlen sich hilflos, weil ihnen das Wissen oder die richtigen Werkzeuge fehlen. Genau hier möchten wir ansetzen. Uns liegt es am Herzen, mit KiMeKo einen echten Unterschied zu machen: Wir wollen Kinder stärken, Eltern entlasten und Schulen unterstützen. Dieses Projekt ist für uns nicht nur eine weitere Fördermaßnahme, sondern ein greifbarer Beitrag zu mehr Gesundheit und mehr Sicherheit für junge Menschen in Oberhausen.“

Prof. Dr. Inga Gryl, Universität Duisburg-Essen, freut sich, dass nun die aktive Arbeit an den Schulen startet: „Kinder bewegen sich heute selbstverständlich in digitalen Räumen – aber oft ohne Orientierung, ohne Begleitung und ohne Verständnis für Risiken. Wir erleben in Schulen täglich, wie groß der Bedarf an Aufklärung und echter Medienbildung ist. Mit KiMeKo möchten wir Kinder nicht ängstigen, sondern stark machen: Wir wollen ihnen zutrauen, digitale Medien selbstbestimmt, kritisch und gesund zu nutzen. Gleichzeitig hören wir sehr bewusst zu – Lehrkräften, Eltern und den Kindern selbst. Denn nur gemeinsam können wir Materialien entwickeln, die wirklich in den Alltag passen und etwas bewirken.“

Im Rahmen einer Pressekonferenz in der Stadtsparkasse Oberhausen wurden nun die Projektziele, wissenschaftlichen Grundlagen und beteiligten Partner und Unterstützer offiziell vorgestellt. Initiiert und konzipiert wurde KiMeKo von der Allianz Kindergesundheit e.V. und der Universität Duisburg- Essen. Die Stiftung Oberhausener Bürger und die Stadtsparkasse Oberhausen tragen das Projekt gemeinsam mit der Universität finanziell und organisatorisch. Weitere zentrale Förderpartner sind die Dirk-Grünewald-Stiftung sowie die Energieversorgung Oberhausen
AG (evo).