Professionsentwicklung verstehen wir im Ressort als andauernden Qualifikationsprozess über alle drei Phasen der Lehrkräftebildung hinweg. Grundlage dafür ist die Vernetzung von Akteur*innen der Lehrkräftebildung inner- und außerhalb der Hochschule. Wir konzentrieren uns auf die Kooperation zwischen Universität und dem staatlichen Lehrkräftefortbildungssystem Nordrhein-Westfalens (NRWs). Der Vorbereitungsdienst wird wiederum durch das Ressort Schulpraxis und Praktikumsbüro adressiert. Inhaltlich fokussieren wir uns auf die sich wandelnden gesellschaftlichen Herausforderungen und bildungspolitischen Vorgaben. So erfordern Querschnittsthemen wie Digitalisierung, Inklusion, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Demokratieförderung die Moderation von Koordinationsprozessen zwischen den Fachdisziplinen und zwischen den lehrkräftebildenden Universitäten NRWs.

Dafür etablieren und moderieren wir phasen- und disziplinenübergreifende Austauschformate wie den Runden Tisch Lehramt der Universität Duisburg-Essen (UDE) (seit 2025), den Tag der Lehrkräftebildung (2018 – 2021), den Tag der digitalen Lehrkräftebildung (2021 – 2025), den Tag der Lehrkräfte(-fortbildung) (ab 2026), die AG Fort- und Weiterbildung der AG Prorektor*innen NRW und die AG Kooperation von Wissenschaft und (Fortbildungs-) Praxis.

Unterstützung erfahren wir seit 2016 durch große Drittmittelprojekte, insbesondere Verbundvorhaben, die die UDE konsortialführend leitet und die wir aus dem Ressort heraus koordinieren.

Aktuelle Projekte

2025-2028 ComeNEDeS_NRW
Schwerpunkt: Bildung für nachhaltige Entwicklung, Demokratieförderung und Sprachbildung

Der Verbund ComeNEDeS (Bildungs-Communities für nachhaltige Entwicklung, Demokratie und Sprache) setzt sich aus sieben Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen (NRW) zusammen und wird vom 01. November 2025 bis zum 31. Dezember 2028 vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW gefördert. Ziel ist es, forschungsbasierte Fortbildungskonzepte und darauf bezogene Materialien zur Förderung von Kompetenzen in den drei Bereichen Bildung für nachhaltige Entwicklung, Demokratieförderung und Sprachbildung zu entwickeln und in das staatliche Lehrkräftefortbildungssystem NRWs zu transferieren. Dabei werden die Projektbeteiligten durch das Ministerium für Schule und Bildung NRW, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, die Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule NRW und weitere Akteure des staatlichen Fortbildungssystems begleitet und unterstützt.

Unabhängig von ComeNEDeS ist es ein mittelfristiges Ziel für die lehrkräftebildenden Universitäten NRWs mit den Ministerien, den Bezirksregierungen und der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LiS), eine steuernde und koordinierende Dachstruktur im Sinne systematischer Zusammenarbeitsformen für die phasenübergreifende Kooperation zu entwickeln und zu etablieren. Diese schlanke Konstruktion hätte für die Universitäten die Funktion, ihre Expertise für phasenübergreifende Vorhaben in NRW zu bündeln und die Ergebnisse zwischen den Universitäten zu transferieren.

2025-2029 DaZFlexPro
Schwerpunkt: Flexibilisierung des sprachbildenden Kompetenzerwerbs

Das Projekt Flexible DaZ-Professionalisierung im Lehramt (DaZFlexPro) ist ein Verbundvorhaben der Universitätsallianz Ruhr und wird von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre von 2025 bis 2029 gefördert. Ziel ist es, das verpflichtende DaZ-Modul im Lehramtsstudium so zu flexibilisieren, dass es unterschiedlichen Studienbiografien (z. B. Erwerbstätigkeit, Care-Verpflichtungen) sowie neuen Zielgruppen wie Quer- und Seiteneinsteiger*innen gerecht wird und zugleich Theorie und Praxis enger miteinander verzahnt.

Abgeschlossene Projekte

2016-2023: Professionalisierung für Vielfalt (ProViel), Schwerpunkt: Inklusion
(BMBF, Qualitätsoffensive Lehrerbildung, FKZ: 01JA1910)

2020-2023 Verbundvorhaben Communities of Practice NR – für eine Innovative Lehrerbildung (ComeIn), Schwerpunkt: digitalisierungsbezogene Kompetenzen
(BMBF, Qualitätsoffensive Lehrerbildung, FKZ: 01JA2033A-L)

2023-2025 Verbundvorhaben ComeMINT, Schwerpunkt: digitalisierungsbezogene Kompetenzen
(BMBFSFJ, Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten, FKZ: 01JA23M06A-N)

2023-2026 Verbundvorhaben ComeArts, Schwerpunkt: digitalisierungsbezogene Kompetenzen
(BMBFSFJ, Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten, FKZ: 01JA23K01A-H)

2023-2026 Verbundvorhaben ComeSport, Schwerpunkt: digitalisierungsbezogene Kompetenzen
(BMBFSFJ, Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten, FKZ: 01JA23K02A-L)

Ein Schwerpunkt unserer Arbeiten liegt auf der Erprobung, Etablierung und perspektivischen Verstetigung von Maßnahmen der phasenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und dem staatlichen Fortbildungssystem in NRW.

Maßnahmen der phasenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und dem staatlichen Fortbildungssystem in NRW.

Koordination: Zentrum für Lehrkräftebildung der UDE

Schaubild zur Struktur der Kooperations- und Transfermaßnahmen in NRW. Ausführliche Beschreibung folgt im Text.

Bildbeschreibung

Das Schaubild stellt die Struktur der Kooperations- und Transfermaßnahmen in Nordrhein-Westfalen dar. Im oberen Bereich stehen drei Einheiten nebeneinander: Die AG KoWiPra, das Forum Universitäten in der Lehrkräftefortbildung (LKFB) sowie die AG FoWe. Unterhalb der AG KoWiPra sind verschiedene Verbünde aufgeführt: Das Projekt ComeIn (2020–2023), die ComeVerbünde (2023–2025) – bestehend aus ComeMINT, ComeArts und ComeSport – sowie das Projekt ComeNEDeS (2025–2028). Unterhalb des Forums Universitäten in der Lehrkräftefortbildung (LKFB) ist der Bereich der universitären LKFB angesiedelt. Dieser umfasst das seit 2020 bestehende Metaportal sowie eine für 2026 geplante Erhebung der universitären Lehrkräftefortbildung in NRW. Im Bereich der Transfermaßnahmen (zugeordnet unter AG FoWe) werden der seit 2020 jährlich stattfindende Tag der (digitalen) Lehrkräftefortbildung sowie das für 2026 geplante Format Meet & Match genannt. Den unteren Rahmen bilden zwei politische und gesetzliche Grundlagen: Die Reform der Lehrkräftefortbildung in NRW (6-Punkte-Plan) aus dem Jahr 2024 und das Hochschulstärkungsgesetz, welches unter anderem die Stärkung der universitären Fortbildung zum Ziel hat (Landtagsentwurf für 2026 geplant).

Phasenübergreifende Zusammenarbeit in NRW

Den Kontext der Maßnahmen stellt der Plan der Landesregierung zur Reform der Lehrkräftebildung in NRW (sog. „Sechs-Punkte-Plan“; Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW, 2024) dar. Hier ist geplant, die lehrkräftebildenden Universitäten NRWs bei der Entwicklung landesweiter Formate und Curricula für die Lehrkräftefortbildung, sogenannte Kernkonzepte, einzubinden und das universitäre Fortbildungsangebot zu stärken. Ein weiterer Innovationsschub ist von der aktuellen Novelle des NRW-Hochschulstärkungsgesetzes mit Passagen zur Stärkung universitärer Weiterbildung (Landtag NRW, 2025) zu erwarten.

Geplant ist, (Lehrkräfte-)Fort- und Weiterbildung ergänzend als drittes System öffentlicher Fortbildung zwischen staatlicher und privater Fortbildung zu stärken. Grundlage der Ausgestaltung dieser Reformprozesse sind phasen- und hochschulübergreifende Gesprächsforen, die durch das Ressort Professionsentwicklung moderiert werden. Dies ist zum einen die AG Kooperation von Wissenschaft und Fortbildungspraxis (KoWiPra) mit Vertreter*innen der Bildungsadministration und der zwölf lehrkräftebildenden Hochschulen. Die AG KoWiPra dient dem institutionalisierten, regelhaften und systematisierten Austauschprozess zwischen dem staatlichen Lehrkräftefortbildungssystem NRWs und den Universitäten.

Zum anderen hat die AG der Prorektor*innen NRW die AG Fort- und Weiterbildung (AG FoWe) eingesetzt, in der die Universitäten ihre Interessen abgleichen und einschlägige Entscheidungen vorbereiten.

Das „Forum Universitäten in der Lehrkräftefortbildung“ der QUA-LiS organisiert auf operativer Ebene den produkt- und angebotsorientierten Austausch.

Die fünf Verbünde ComeIn, ComeArts, ComeMINT, ComeSport und ComeNEDeS pilotierten bzw. pilotieren Strukturentwicklungsprozesse. Sie wurden bzw. werden alle konsortialführend durch die UDE geleitet, zielen auf Wissenschaftstransfer durch forschungsbasierte Fortbildungskonzepte und pilotieren phasenübergreifende Kooperationsformen zwischen Wissenschaft und Fortbildungspraxis in NRW. Wir kooperieren hier eng mit dem Schul- und Wissenschaftsministerium NRW, mit dem Landesinstitut QUA-LiS und den fünf Bezirksregierungen. Die Pilotierungen zielen auf die Etablierung phasenübergreifender Strukturen zwischen Universitäten und dem staatlichen Fortbildungssystem NRWs.

Die Gesprächsforen und Pilotierungsaktivitäten werden eingerahmt durch weitere Maßnahmen: An dem seit 2021 jährlich stattfindenden Tag der digitalen Lehrkräftebildung (ab 2026 Tag der Lehrkräftefortbildung) werden mit Vertreter*innen des staatlichen Lehrkräftefortbildungssystems forschungsbasierte Fortbildungskonzepte erörtert. Das neue Format „Meet & Match“ des Landesinstituts QUA-LiS vertieft diese gemeinsamen Erörterungen und gleicht die verfügbaren Angebote ab, so z. B. im April 2026 zum Fach Chemie. Über das 2020 etablierte Metaportal werden universitäre Fortbildungskonzepte und -materialien der Bildungsadministration und Fortbildungspraktiker*innen zugänglich gemacht. Und die Aktivitäten von Universitäten als Fortbildungsanbieter werden durch eine 2026 durchgeführte Vollerhebung an allen zwölf lehrkräftebildenden Universitäten sichtbar gemacht.

Zum einen zielen diese Maßnahmen auf eine Stärkung der Universitäten als Anbieter von Lehrkräftefortbildungen, wie es perspektivisch im Hochschulstärkungsgesetz angelegt ist. Zum anderen werden Strukturen einer phasenübergreifenden Lehrkräftebildung durch wechselseitigen Theorie-Praxis-Transfer und Kooperation aufgebaut, wie es der Sechs-Punkte-Plan der Landesregierung vorsieht.

Runder Tisch Lehramt

In dem 2025 konstituierten Runden Tisch Lehramt sind die lehrkräftebildenden Fächer durch benannte Mitglieder vertreten. Ziel des Runden Tisches ist es, an der UDE mehr Transparenz in der Lehrkräftebildung herzustellen und ihre bildungspolitische Positionierung zu unterstützen. Er ist daher als fachübergreifendes Informations- und Diskussionsforum angelegt, in dem aktuelle Herausforderungen der Lehrkräftebildung erörtert und für eine Entscheidungsfindung durch den ZLB-Vorstand vorbereitet werden.

Aktuell ist das bildungspolitische Themenspektrum vielschichtig und herausfordernd: Flexibilisierungsperspektiven der Studiengänge vor dem Hintergrund neuer Bedarfslagen der Studierenden; zukunftsweisende fachübergreifende Lehrinhalte wie z. B. Digitalisierung und Bildung für nachhaltige Entwicklung und die ausbaufähige Internationalisierung im Lehramt prägen u. a. das Bild. Informationsaustausch und Diskussion sollen hier die fachübergreifende Meinungsbildung an der UDE unterstützen.