Praxisphasen LPO 2003

Rechtsgrundlagen

Schulpraktika sind grundsätzlich mit vorbereitenden und begleitenden Lehrveranstaltungen der Universität verknüpft. Die Verbindung beider Komponenten heißt „Praxisphase“ bzw. in älterer Sprachregelung „Schulpraktische Studien“. Das nordrhein-westfälische Lehrerausbildungsgesetz erklärt Praxisphasen zum Pflichtbestandteil jedes Lehramtsstudiums (§2 Abs. 4 LABG, Fassung v. 2. Juli 2002). Der gesetzliche Auftrag wird durch prüfungsrechtliche Rahmenvorgaben und auf deren Grundlage durch Studienordnungen ausgestaltet.

Die seit 2003 geltende und nun auslaufende Fassung der Lehramtsprüfungsordnung (LPO) verlangt Praxisphasen im Mindestumfang von insgesamt 14 Wochen Schulaufenthalt und 12 SWS Hochschulbegleitung (§10 Abs. 1, 2). In diesem Rahmen können jeweils semesterbegleitende Tagespraktika und/oder außerhalb der Vorlesungszeit stattfindende Blockpraktika mit fachdidaktischen und/oder erziehungswissenschaftlichen Schwerpunkten kombiniert werden.

Die Lehramtsstudiengänge der Universität Duisburg-Essen (UDE) sehen i. d. R. drei Praxisphasen vor. Die erste Praxisphase ist im Grundstudium angesiedelt und erziehungswissenschaftlich ausgerichtet. Die beiden weiteren Praxisphasen gehören zum Studium der Unterrichtsfächer, setzen dementsprechend fachdidaktische Schwerpunkte und finden jeweils im Hauptstudium statt. Näheres regeln die Praktikumsordnung und die jeweils maßgebliche Studienordnung. Die Praktikumsordnung und andere gesetzliche Vorgaben können im entsprechenden Web-Angebot des Praktikumsbüros abgerufen werden.
 

Formen und Inhalte

Die erziehungswissenschaftliche Praxisphase des Grundstudiums wurde als „Orientierungspraktikum“ durchgeführt, das im ersten oder zweiten Studiensemester vorgesehen war. Das Orientierungspraktikum nach LPO 2003 kann an der UDE nicht mehr absolviert werden.

Die „fachdidaktischen schulpraktischen Studien“ bzw. „Praxisphasen“ haben gemäß LPO 2003 einen Umfang von insgesamt mindestens acht Wochen (160 Stunden), d. h. von 80 Stunden bzw. 4 Wochen pro Studienfach. Fachdidaktische Praktika verfolgen spezielle Beobachtungsfragen, sehen Übungsunterrichtsstunden vor und dienen nicht selten auch der Erprobung neuer Unterrichtsentwürfe und/oder -materialien. Konzeptionell verbleibt den jeweiligen Lehrveranstaltungen erheblicher Gestaltungsspielraum. Bewährt haben sich u. a.

  • Seminare mit einem Blockpraktikum im Anschluss oder anders verteilten Schulbesuchen in der vorlesungsfreien Zeit,
  • semesterbegleitende Tagespraktika mit parallel laufender oder zeitversetzter Lehrveranstaltung,
  • integrierte Praxisseminare an ausgewählten Schulen,
  • mit Lehrveranstaltungen verknüpfte Praxisprojekte,
  • Durchführung und Auswertung einer im jeweils vorangegangenen Semester entwickelten Unterrichtsreihe.
     

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Vorgaben

Wenn der Praktikumszeitraum nicht durch die Verzahnung mit einer begleitenden Lehrveranstaltung festgelegt ist, kann er mit der jeweiligen Schule frei vereinbart werden. Für Blockpraktika steht die gesamte vorlesungsfreie Zeit zur Verfügung, soweit sie nicht mit Schulferien zusammenfällt. In der ersten Schul(halb)jahreswoche kommen Praktikant/-innen allerdings zumeist ungelegen. Praktikumsvorbereitung und -durchführung müssen nicht zwingend in demselben Semester erfolgen. Damit der notwendige Zusammenhang erhalten bleibt, wird jedoch eine Zwischenzeit von mehr als einem Semester i. d. R. nicht akzeptiert. Zudem ist die Zustimmung der verantwortlichen Dozentinnen und Dozenten erforderlich.

Praktikumsorte, -aktivitäten, -themen, -befunde und -erfahrungen müssen dokumentiert werden. Dies geschieht in Form eines systematischen Abschlussberichts. Einzelheiten zu Form und Inhalt der Dokumentation werden in der jeweiligen Lehrveranstaltung vereinbart. Da auch Praktikantinnen und Praktikanten der Schweigepflicht unterliegen, dürfen Praktikumsdokumentationen keinesfalls Rückschlüsse auf bestimmte Personen zulassen; Eigennamen müssen anonymisiert werden. Fotografieren ist an Schulen grundsätzlich nur mit Zustimmung der (Eltern der) Abgelichteten gestattet.

Wenn das Praktikum innerhalb der Vorlesungszeit endet, wird der Abschlussbericht – soweit vorgesehen – spätestens mit Ablauf der anschließenden Semesterferien, ansonsten spätestens in der letzten Vorlesungswoche des nachfolgenden Semesters bei dem bzw. der betreuenden Lehrenden abgegeben. Abweichende Vereinbarungen sind im Einzelfall möglich, sollten jedoch berücksichtigen, dass ein Bericht mit wachsender zeitlicher Distanz zu seinem Gegenstand zunehmend Fiktionscharakter annimmt. Viele Schulleitungen und Mentor/-innen erwarten (verständlicherweise), dass ihnen Kopien der Praktikumsdokumentation ungefragt zur Verfügung gestellt werden. Wer von bestimmten ansteckenden Erkrankungen heimgesucht wird, die in §34 Infektionsschutzgesetz aufgelistet sind, darf ein Praktikum nicht antreten bzw. muss es unverzüglich abbrechen.

Obligatorische Schulpraktika sind – einschließlich notwendiger Wegstrecken – gesetzlich unfallversichert. Haftungsrechtlich hingegen können Praktikantinnen und Praktikanten persönlich zur Verantwortung gezogen werden, wenn aus ihrem Verschulden Dritten ein Schaden entsteht und das Risiko nicht anderweitig abgedeckt ist. Die Teilnahme an Klassenfahrten ist möglich. Praktikanten/-innen sollten in diesem Fall bei der jeweils zuständigen Schulaufsichtsbehörde als Begleitpersonen angemeldet werden.

Da schulpraktische Studien bzw. Praxisphasen Pflichtveranstaltungen sind, muss die Teilnahme nachgewiesen werden. Die nötigen Vordrucke sind auf der Homepage des Praktikumsbüros oder in den Fachsekretariaten erhältlich. Wird kein Formular bereitgehalten, sollte man in der Schule um Ausstellung einer formlosen Bescheinigung bitten. Die erfolgreiche Teilnahme wird von den jeweils verantwortlichen Fakultäten bestätigt.

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