Zum dritten Mal haben die Standorte Bochum, Bielefeld und Duisburg-Essen am 28. Mai 2026 die gemeinsame Zertifikatsfeier für die Absolvent*innen des Programms Lehrkräfte PLUS ausgerichtet – in eindrucksvoller Kulisse im Deutschen Bergbaumuseum in Bochum. Insgesamt 62 Absolvent*innen wurden für ihren erfolgreichen Abschluss des Programms geehrt.

Farhad Akbary, Dozent der UDE im Projekt, begrüßte die Gäste, skizzierte das Projekt und stellte die besondere Örtlichkeit, das Deutsche Bergbaumuseum, vor. Danach übergab er an Prof. Dr. Kornelia Freitag, Prorektorin für Lehre und Studium an der Ruhr-Universität Bochum (RUB).

Dialogisches Grußwort

Kornelia Freitag hieß als Gastgeberin die Anwesenden willkommen: die Absolvent*innen, ihre Familien und Freund*innen, Vertreter*innen der beteiligten Universitäten und Schulen sowie der NRW-Ministerien für Schule und Bildung (MSB) sowie für Kultur und Wissenschaft (MKB). Sie hob die besondere Bedeutung des Programms hervor und war sich sicher: „Lehrkräfte PLUS ist eine der besten Ideen, die in NRW jemals geboren wurden.“ Sie unterstrich vor allem den gesellschaftlichen Aspekt: „Programme wie diese können helfen, dass sich die Idee in den Köpfen verankert, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist.“

Anschließend hielt sie gemeinsam mit den Prorektoren der anderen beiden Standorte, Prof. Dr. Stefan Rumann, Prorektor für Studium, Lehre und Bildung an der Universität Duisburg-Essen (UDE) und Prof. Dr. Dario Anselmetti, Prorektor für Studium und Lehre an der Universität Bielefeld, ein dialogisches Grußwort, das Farhad Akbary moderierte.

Gratulation, Respekt und Mut

Vor allem drei Worte wollte Dario Anselmetti an die Absolvent*innen richten: Gratulation, Respekt und Mut. Er sprach seine herzliche Gratulation zum erfolgreichen Abschluss aus und würdigte die großen Herausforderungen, die die Teilnehmenden im vergangenen Jahr gemeistert hätten. Neben den anspruchsvollen Deutschkursen hätten sie sich fachlich weitergebildet, in den Praxisphasen Unterricht geplant und durchgeführt, viele neue Techniken ausprobiert und in den Abendstunden und am Wochenende gelernt. „Und ganz nebenbei haben viele von Ihnen ihre Familien und ihren Lebensunterhalt u. a. durch Nebenjobs gemanagt.“

Alle Teilnehmenden brächten eine Geschichte mit, auch als Lehrkraft in ihrem jeweiligen Herkunftsland. Trotzdem hätten sie sich mit Mut und Offenheit auf das Programm und seine Anforderungen eingelassen. Er schloss mit dem Appell: „Nehmen Sie diesen Mut mit auf Ihren weiteren Lebensweg, in die Schulen, zu Ihren Schülerinnen und Schülern, für die Sie in vielerlei Hinsicht Vorbild und Role Model sein können.“

Netzwerk-Spirit

Stefan Rumann hob anschließend die Besonderheiten von Lehrkräfte PLUS hervor. Das Besondere an Lehrkräfte PLUS sei die Flächendeckung in NRW mit fünf über NRW verteilten Universitäten aus vier Bezirksregierungen; dies ermögliche Teilnehmenden aus ganz NRW, einen für sie passenden Standort zu erreichen. Der Netzwerk-Spirit von Lehrkräfte PLUS zeichne sich durch kollegiale Zusammenarbeit aus, z. B. auch durch ein gemeinsames Online-Portal. Dabei verfolgten alle fünf Standorte das gemeinsame Ziel der „Integration von erfahrenen Lehrkräften in Mangelfächer“. Er betonte mit Blick auf den Claim der UDE, „Offen im Denken“: „Es ist ein Benefit für uns alle, den Blick zu weiten, und der ist nicht auf Europa begrenzt.“

Das Netzwerk unterstütze die Absolvent*innen des Programms auch nach Abschluss weiter, z. B. mit jährlichen Alumni-Tagungen und Netzwerktreffen aller fünf Standorte in Verbindung mit einer Fortbildung.

Transformation

Gefragt nach einem Blick in die Zukunft antwortete Dario Anselmetti: Das Programm sei ein Sinnbild für eine innovative und zukunftsorientierte Förderstrategie, es sei ein Referenzprojekt des Programms NRWege. „Lehrkräfte PLUS steht für die Transformation einer wissenden in eine lernende Gesellschaft – und Transformation braucht Halt.“

In den Universitäten wolle man weiterhin Engagement zeigen für Vielfalt, Diversität und  Demokratie. Er sehe internationale Lehrkräfte mit herausragender Expertise und ein Programm, das sich selbst als „lernendes Programm“ bezeichne.

Kornelia Freitag unterstrich diesen Punkt ebenfalls: Sie danke den beteiligten Organisationen für die bisherige Unterstützung, und fügte an: „Man sollte dieses Programm auf feste Füße stellen.“

Mehrsprachigkeit ist wichtig

Stefan Rumann ergänzte, dass in der heutigen Zeit ein diverses Kollegium und Mehrsprachigkeit in den Lehrerzimmern wichtiger denn je seien. Zudem könne das Programm einen Beitrag leisten, Unterrichtsausfall zu reduzieren und dadurch zu mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit beizutragen. Die Erfolgsquote des Programms sei sehr gut.

Zum Abschluss gab Kornelia Freitag den Absolvent*innen noch eine Botschaft mit auf den Weg. Sie wünschte ihnen Kraft, Ausdauer, Unterstützung der Familie, der Freunde und Kolleg*innen und zeigte sich überzeugt: „Sie werden Ihren Weg gehen!“

Im Anschluss an die Grußworte gaben Marit Nina Martinez und Sabrina Herrmann den Anwesenden einen Überblick über die vergangenen sechs Jahre des Programms. Seit 2020 ist die UDE mit dabei, die Uni Bielefeld seit 2017 und die RUB seit 2018.

Ministerien übermitteln Glückwünsche

In einer Grußbotschaft wandte sich Ina Brandes, Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes NRW an die Absolvent*innen und übermittelte ihre Glückwünsche. Die Teilnehmenden und die Schüler*innen hätten während des Programms voneinander gelernt. Das MKW habe Lehrkräfte PLUS von Anfang an unterstützt.

Mit Nabil Zeriouh sprach ein Vertreter des MSB seine Glückwünsche an die Teilnehmenden aus. Die internationalen Lehrkräfte brächten Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen mit, die an den Schulen gebraucht würden. „Es ist eine Wohltat zu wissen, dass sich die Gruppe untereinander schätzt und zusammenhält, weil das auch Schule abbildet.“

Anschließend sahen die Anwesenden von den Teilnehmenden gestaltete und den Kursprecher*innen aller Standorte kommentierte Videos, die Einblicke in das vergangene Jahr im Programm gaben.

Persönliche Erfolgsgeschichte

Von seiner persönlichen Erfolgsgeschichte berichtete abschließend Mesut Cagli, Absolvent der ersten Kohorte der UDE. Über die Stationen Lehrkräfte PLUS, das Anschlussprogramm ILF (Internationale Lehrkräfte fördern) und OBAS ist ihm die Rückkehr in den Schuldienst gelungen. Er arbeitet heute als verbeamteteter Lehrer für Mathematik und Physik an einer Gesamtschule in NRW. Auch er betonte die Bedeutung von Mehrsprachigkeit im deutschen Schulsystem und schloss mit einem Appell: „Programme wie Lehrkräfte PLUS verändern das Schulsystem – bitte unterstützen Sie es weiterhin!“

Die Feier klang mit einem weiteren Song vom Essener Pop-Acoustic-Trio „small is beautiful“, das die Feier musikalisch begleitete, aus. Die Anwesenden nutzten beim anschließenden Empfang die Gelegenheit zum Austausch.